Börse Frankfurt

Preiswert, schnell und transparent

Fonds über die Börse handeln

War es bisher üblich, Fonds bei der Emittentin selbst zu kaufen, hat sich ein neuer Orderweg etabliert – der Börsenhandel. Die Börse Frankfurt bietet den Kauf und Verkauf von gut 3.000 Fonds auf Xetra an. Anlegern ermöglicht dies kostengünstigere und flexiblere Investments in die beliebte Anlageform.


Anteile an Investmentfonds – kurz Fonds – sind in den Depots weit verbreitet. Traditionell kaufen Anleger diese Anteile – meist über die eigene Bank - bei der Kapitalanlagegesellschaft gegen einen Ausgabeaufschlag von maximal 5 Prozent. Die Gesellschaft stellt täglich einen Preis für die Anteile, meistens um die Mittagszeit. Erst danach werden offene Aufträge von Investoren ausgeführt. Auf dem gleichen Weg können Anleger ihre Anteile wieder zurückgeben. Gelegentlich fällt hierbei eine Rücknahmegebühr an. Der Weg über die Börse bietet eine Alternative.

Einfach und kostengünstig


  • Der Börsenhandel von Fonds bringt Anlegern einige Vorzüge.
  • Über die Börse sind Fonds jederzeit von 9.00 bis 20.00 Uhr handelbar, bei den Emittenten nur einmal am Tag.
  • Die Anleger wissen, zu welchem Preis sie einen Fonds kaufen oder verkaufen können, da die Spezialisten laufend Quotes in Echtzeit veröffentlichen.
  • Im Fondshandel können Anleger alle gängigen Ordertypen, also auch Limit- und Stop-Orders nutzen sowie die Gültigkeitsdauer vorgeben.
  • Sie sparen den Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent, erhalten dafür aber auch keine Beratung.
  • Sie müssen keine separaten Depots bei einer Fondsgesellschaft (KAG) eröffnen, was das Management ihrer Investments vereinfacht.
  • Außerdem sind die Investoren beim Kauf über die Börse vom Fondsangebot der Hausbank unabhängig und haben damit möglicherweise Zugriff auf eine deutlich größere Produktpalette.
  • Nicht zuletzt bietet die Börse überwachten Handel mit einer kostenfreien Hotline für Anleger.
  • In der Praxis handeln Anleger Fonds über die Börse wie Aktien. Die Order kann in gewohnter Form bei der depotführenden Bank aufgegeben werden, mit der Auswahl von Frankfurt als Börsenplatz.

Faire Preise und Liquidität - Aufgaben der Spezialisten


An der Börse sind inzwischen gut 3.000 Papiere verfügbar. Regulatorisch sind sie von Spezialisten in den Open Market einbezogen worden, die diese Fonds zu den regulären Börsenzeiten von 9.00 bis 20.00 Uhr anbieten.

Spezialisten sind im Intermediär-basierten Handel auf Xetra damit beauftragt, marktgerechte Preise zu stellen und die Liquidität zu sichern. Sie gewährleisten die Handelbarkeit, haben sich zu maximalen Handelsspannen verpflichtet und vermeiden wirtschaftlich nicht sinnvolle Teilausführungen.

Konkret geht das so: Jeder Fonds wird von einem Spezialisten betreut, der fortlaufend Preisindikationen – Quotes – mit Volumenangabe stellt. Mit Hilfe eines Limit-Kontrollsystems überwachen die Spezialisten, ob die Aufträge der Anleger gegeneinander oder gegen das eigene Buch ausführbar sind.

Für die Berechnung der Preisindikation berücksichtigen die Spezialisten die aktuelle Orderbuchsituation und den Rückkaufwert der Emittenten. Letzterer wird jedoch nur einmal am Tag veröffentlicht. Der Fondspreis bleibt aber unterdessen nicht statisch, da sich die im Fonds befindlichen Werte während ihrer Handelszeit verändern. Und damit auch der Wert des Fonds. Deshalb kalkulieren die Spezialisten den aktuellen Wert des von ihnen betreuten Fonds, was deren fortlaufenden Handel ermöglicht. Dies geht so: Jeder Fonds hat eine Bezugsgröße, die Benchmark. Mit Hilfe der historischen Wechselbeziehung von Fonds und Benchmark kann ermittelt werden, wie der Preis des Fonds auf Änderungen der Benchmark reagiert. So kann der jeweils gültige Preis eines Fonds vom aktuellen Stand seiner Bezugsgröße abgeleitet werden.

Maximale Spannen


Anhand der Preisindikation stellen die Spezialisten ihre Quotes. Sie haben sich verpflichtet, dass die Preise immer innerhalb der angezeigten Quote gestellt werden und die Handelsspanne, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis im Rahmen festgelegter Grenzen bleibt. Die Größe des maximalen Spreads hängt vom Anlageschwerpunkt des Fonds ab.

  • Bei Aktienfonds, die ausschließlich oder überwiegend in deutsche oder westeuropäische Aktien investieren, darf die Spanne bei höchsten 1,5 Prozent liegen.
  • Bei Rentenfonds ist es maximal 1 Prozent.
  • Bei Geldmarktfonds sogar nur 0,5 Prozent.
  • Aktienfonds, die überwiegend in außer- oder osteuropäische Aktien oder in bestimmte Branchen investieren, Immobilienfonds, gemischte und sonstige Fonds unterliegen dagegen einem anderen Risiko, so dass die Handelspanne des Spezialisten bis zu 2 Prozent reichen kann.

In den meisten Fällen erreichen die Quotes der Spezialisten ihre maximale Spanne nicht. Den aktuellen, realen Spread erkennen Anleger an der Geld- und Brief-Quote in Echtzeit.

Mindestens gültig


Außerdem veröffentlicht die Spezialisten ein Mindestvolumen zur Taxe. Dies gibt an, für welche Ordergröße die Quote mindestens gültig ist.

  • Bei Aktienfonds, die ausschließlich oder überwiegend in deutsche oder westeuropäische Aktieninvestieren, Rentenfonds, Geldmarktfonds, Immobilienfonds, gemischte Fonds und sonstigen Fonds stellen die Spezialisten Quotes für mindestens 50.000 Euro je Order.
  • Bei Aktienfonds, die überwiegend in außer- oder osteuropäische Aktien oder in bestimmte Branchen investieren, gilt eine Quote für Aufträge von mindestens 10.000 Euro.
  • Natürlich werden auch größere Orders zu den gestellten Quotes ausgeführt, wenn es die Marktlage zulässt.

Im Fondshandel an der Börse Frankfurt sind derzeit zwei Spezialisten tätig: Baader und ICF Kursmakler AG

Exchange Traded Funds (ETFs )


Fondshandel an der Börse Frankfurt ist nichts Neues: Seit sechs Jahren sind im Marktsegment Xetra Funds Fonds gelistet. Es ist der führende Marktplatz für Exchange Traded Funds (ETFs) in Europa. Aktuell werden gut 400 Indexfonds gehandelt.

Xetra Funds werden von ihren Emittenten aktiv an die Börse gebracht. Der Handel läuft vollelektronisch über die Handelsplattform Xetra und wird von Designated Sponsors betreut, die für Liquidität sorgen und von den Emittenten beauftragt sind. Die aktiv verwalteten Publikumsfonds dagegen sind auf Antrag der Spezialisten in den Handel im Open Market einbezogen.

Für die Anleger ist das im Grunde unwichtig. Beide Fondsarten sind fortlaufend handelbar, ihre Preise sind Börsenpreise und der Handel wird von der Handelsüberwachungsstelle HÜSt kontrolliert.

Außerdem wissenswert: Ausschüttung, Settlement und Rückgabe


Über die Börse Frankfurt gekaufte Anteile werden bei der Ausschüttung genauso behandelt wie direkt bei der Fondsgesellschaft erworbene Anteile. Sie können nicht nur über die Börse verkauft, sondern auch an die Kapitalgesellschaft zurückgegeben werden, da diese eine Rücknahmeverpflichtung hat.

Geschäfte über die Börse Frankfurt werden durch die in Deutschland üblichen Börsensysteme abgewickelt. Clearstream übernimmt als Abwicklungsbank die Geld- und Stückeverrechnung in die Konten der verschiedenen Handelsteilnehmer. Möglicherweise notwendige Lagerstellenumbuchungen werden von den jeweiligen Banken selber veranlasst.

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