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Börse Frankfurt

ROUNDUP: Teures Kerosin verdirbt Lufthansa den Jahresstart

02.05.2012 19:32

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Immens gestiegene Treibstoffkosten haben der Lufthansa
 den Start ins Jahr gründlich verdorben. Unter dem Strich verringerte
sich der saisontypische Nettoverlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um
ein Fünftel auf 397 Millionen Euro, wie Europas größte Fluggesellschaft am
Mittwochabend in Frankfurt mitteilte. Der operative Verlust fiel mit 381
Millionen Euro jedoch mehr als doppelt so hoch aus wie ein Jahr zuvor. Damit
schnitt der Konzern deutlich schlechter ab als von Analysten erwartet. Die Aktie
ging im nachbörslichen Handel bei Lang & Schwarz in den Sinkflug über.

    Ihr Gewinnziel für 2012 stellte die Lufthansa-Spitze unter Vorbehalt. Zwar
peilt die Konzernführung um Vorstandschef Christoph Franz weiterhin einen
operativen Gewinn im mittleren zweistelligen Millionenbereich an. Allerdings
könnte das Sanierungsprogramm "Score" das Ergebnis belasten, hieß es nun. Die
Kosten für den möglichen Konzernumbau seien in der Prognose nicht enthalten. 

UMSATZPLUS WIRD AUFGEZEHRT

    Als Grund für die tiefroten Zahlen zum Jahresstart führte die Lufthansa vor
allem die gestiegenen Treibstoffkosten an. Der Umsatz wuchs zwischen Januar und
März zwar überraschend stark um fast sechs Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Die
gestiegenen Aufwendungen zehrten den Mehrerlös allerdings wieder auf. Von einem
Verlustbringer hat sich die Lufthansa bereits getrennt: Die bisherige Tochter
British Midland (BMI) fliegt nach mehreren Jahren mit roten Zahlen nun unter dem
Dach der British-Airways-Mutter IAG  . 

    Das erste Quartal bringt bei Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern meist
rote Zahlen. Ihre Gewinne fliegen sie vor allem in der Hauptreisezeit im Sommer
ein. Die Lufthansa hatte in den ersten drei Monaten einen deutlichen Zuwachs im
Passagiergeschäft verbucht. Trotz der Streiks der Vorfeldmitarbeiter und der
Verdi-Mitglieder am Frankfurter Flughafen, die den Konzern im Februar und März
mehr als 1.800 Flüge kosteten, wuchs die Zahl der Fluggäste bei Lufthansa und
ihren Töchtern Germanwings, Swiss und Austrian Airlines um fast fünf Prozent auf
21,9 Millionen.

SANIERUNGSPROGRAMM

    Mit dem Programm "Score" will die Lufthansa ihre jährlichen Kosten bis zum
Jahr 2015 um 1,5 Milliarden Euro senken. Zu dieser Summe soll die Kernmarke
Lufthansa 900 Millionen beitragen - davon 600 Millionen durch Einsparungen und
300 Millionen durch höhere Erlöse. Die Flotte soll bis zum Jahr 2014 nicht
wachsen, Strecken werden gestrichen, und auch an die Gehälter und die
Altersversorgung will die Konzernführung ran. Unter anderem möchte der Vorstand
die First Class auf vielen Langstreckenflügen abschaffen.

    Auch über einen größeren Stellenabbau wird spekuliert. Einen Bericht der
"Bild"-Zeitung, demzufolge 3.000 Stellen weltweit wegfallen sollen, wollte der
Konzern zuletzt nicht bestätigen. Klar ist bereits, dass Piloten und
Flugbegleiter der defizitären Tochter Austrian Airlines (AUA) auf Geld
verzichten müssen: Sie sollen künftig nach einem deutlich niedrigeren Tarif
bezahlt werden./stw/he


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