Bitte warten...
Börse Frankfurt

ROUNDUP/Aktien New York: Erneut leichter - Sorgen um US-Arbeitsmarkt

04.05.2012 17:10

Anzeige

    NEW YORK (dpa-AFX) - Nach gemischt ausgefallenen Daten vom US-Arbeitsmarkt
hat die Wall Street am Freitag nach der ersten Handelsstunde ihre Verluste
ausgeweitet. Der Dow Jones Industrial  stand zuletzt mit 1,03 Prozent
im Minus bei 13.070,74 Punkten. Es ist der dritte Tag in Folge mit Verlusten bei
den Standardaktien. Damit steuert der Leitindex auf einen Wochenverlust von gut
einem Prozent zu, nachdem der Dow noch am Dienstag auf den höchsten Stand seit
Ende 2007 geklettert war. Der breiter gefasste S&P-500-Index  sank
zuletzt um 1,22 Prozent auf 1.374,61 Punkte. Der Nasdaq-Composite-Index
 verlor 1,68 Prozent auf 2.973,47 Punkte, und der Auswahlindex Nasdaq
100  gab um 1,69 Prozent auf 2.658,80 Punkte nach.

    In den USA waren im vergangenen Monat weniger Jobs geschaffen worden als
erwartet. Außerdem hatten - von Volkswirten unerwartet - die Stundenlöhne
stagniert. Gleichzeitig war aber die Arbeitslosenquote im April überraschend
gesunken. Viele Marktbeobachter zeigten sich über die nachlassende Dynamik am
Arbeitsmarkt und das Sinken der Kaufkraft der Amerikaner besorgt. Gleichzeitig
kamen am Markt wieder Hoffnungen auf, dass nun die US-Notenbank Fed nun doch
noch besondere Maßnahmen zur geldpolitischen Lockerung ergreifen könnte, um die
Wirtschaft der Vereinigten Staaten wieder anzukurbeln. "Die Chancen auf ein
drittes Anleihenkaufprogramm (QE3) sind nun wieder gestiegen", sagte ein
Investor.

    Neuigkeiten gab es ansonsten vor allem von den Anbietern sozialer Netzwerke.
So leistet sich das Karriere-Netzwerk LinkedIn  nach einem starken
Quartal einen Zukauf. Für knapp 119 Millionen US-Dollar wird die Plattform
SlideShare übernommen, auf die vor allem Präsentationen hochgeladen werden. Die
Aktien schnellten um 7,94 Prozent auf 118,10 US-Dollar in die Höhe. Zuvor hatten
sie bei 120,63 Dollar den höchsten Kurs seit ihrem Börsengang im Mai 2011
erreicht.

    Dieser galt auch als wichtiger Test für die jetzt anstehende
Mega-Aktienplatzierung von Facebook. Statt der erst angekündigten 5 Milliarden
Dollar will das weltgrößte Online-Netzwerk bis zu 11,8 Milliarden Dollar
einnehmen (9 Milliarden Euro), wie aus dem neuen Börsenprospekt hervorgeht. Es
ist der mit Abstand größte Börsengang einer Internetfirma. Die einzelne
Facebook-Aktie soll zwischen 28,00 und 35,00 Dollar kosten. Der genaue Preis
wird später festgelegt. Etwas mehr als die Hälfte der Einnahmen fließt dem
Unternehmen zu. Den Rest streichen die Alteigentümer ein, die sich von einem
Teil ihrer Anteile trennen.

    Unter den weiteren Einzelwerten standen First Solar  im Fokus.
Produktionskürzungen und eine Verringerung der Belegschaft um 30 Prozent
verursachten den zweiten Quartalsverlust in der Unternehmensgeschichte. Mitte
April hatte der US-Konzern beschlossen, seine Fabrik in Frankfurt/Oder zu
schließen und in Deutschland mehr als 1.200 Stellen zu streichen. In die Zukunft
blickt First Solar aber optimistisch. Die Anteilsscheine sanken um 3,21 Prozent
auf 17,49 Dollar.

    Demgegenüber verdiente der vom Staat vor dem Bankrott gerettete
US-Versicherer AIG   im ersten Quartal fast sieben Mal so viel
wie im Vorjahreszeitraum, und alle Kerngeschäfte waren profitabel. Gleichwohl
gab die Aktie um knapp fünf Prozent nach. Allerdings hat das Papier auch einen
mehrtägigen Aufwärtskurs hinter sich.

    Der Paketdienst United Parcel Service (UPS)   will für
fünf Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen. Die angepeilte Übernahme des
niederländischen Wettbewerbers TNT Express <2TN.FSE>  wollen die
Amerikaner zudem nun mit mehr Bargeld als bisher vorgesehen finanzieren. Ferner
sollen die UPS-Aktionäre eine Quartalsdividende von 0,57 Dollar erhalten. Die
Papiere gaben moderat nach./tav/he


Anzeige