Bitte warten...
Börse Frankfurt

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax sackt auf Mehrmonatstief

23.04.2012 18:10

Anzeige

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Belastet von schwachen Wirtschaftsdaten und
politischen Unsicherheiten sind die deutschen Aktien am Montag deutlich
abgesackt. Nach einer schwachen Eröffnung weitete der Dax  seine
Verluste aus, wozu am Nachmittag auch eine deutlich nachgebende Wall Street
beitrug. Der deutsche Leitindex schloss 3,36 Prozent tiefer bei 6.523,00 Punkten
und damit auf dem niedrigsten Stand seit Ende Januar, nachdem er noch am Freitag
erstmals in diesem Monat mit einem Wochenplus aus dem Handel gegangen war. Der
MDax  fiel am Montag um 3,56 Prozent auf 10.270,48 Punkte und der
TecDax  sank um 2,23 Prozent auf 757,64 Punkte.

   Händler verwiesen auf enttäuschende Konjunkturdaten aus Deutschland,
Frankreich und China. Zudem belasteten nach der ersten Runde der französischen
Präsidentschaftswahlen Sorgen, dass Amtsinhaber Nicolas Sarkozy abgewählt werden
und Bundeskanzlerin Angela Merkel damit ihren wichtigsten Verbündeten im Kampf
gegen die europäische Schuldenkrise verlieren könnte. Auch in den Niederlanden
rumort es: Hier bot die Regierung ihren Rücktritt an, nachdem die Koalition sich
überraschend nicht auf den Kurs der Haushaltskonsolidierung einigen konnte.
"Diese Mischung sorgt dafür, dass sich auch die letzten mutigen Käufer der
letzten Handelstage vorerst wieder verabschiedet und die meist kurzfristig
orientierten Verkäufer leichtes Spiel haben", kommentierte Aktienhändler Andreas
Lipkow von MWB Fairtrade./gl/he

AUTOS UND BANKEN ÜBERDURCHSCHNITTLICH SCHWACH

   Die Aktien der deutschen Autobauer gaben überdurchschnittlich nach. Als
Belastung sahen Börsianer vorsichtige Aussagen der Hersteller auf der Automesse
in Peking. Für Daimler  ging es um 4,20 Prozent auf 39,500 Euro bergab,
BMW  verloren 4,07 Prozent und die VW-Vorzugsaktien  büßten
3,31 Prozent ein. Auch die Papiere der Banken kamen unter die Räder. So fielen
Commerzbank  um 5,62 Prozent und Deutsche Bank  um 4,35
Prozent. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, muss die Deutsche Bank
wegen ihrer Beteiligung am hoch verschuldeten Generikahersteller Actavis im
ersten Quartal 400 Millionen Euro abschreiben.

    Die Aktien von HeidelbergCement  fielen um 5,48 Prozent. Als
Belastung für die Titel des konjunkturabhängigen Baustoffherstellers sahen
Händler die enttäuschenden Einkaufsmanager-Indizes aus Deutschland und Europa,
die zum Teil im deutlichen Widerspruch zu den jüngst guten ZEW- und ifo-Daten
stünden. Die Adidas -Titel verbilligten sich um 4,13 Prozent. Von
Händlern hieß es, negative Aussagen eines asiatischen Konkurrenten hätten die
Stimmung für die Titel des deutschen Sportartikelproduzenten belastet.

DAX AUF JAHRESSICHT NOCH ZEHN PROZENT IM PLUS

    Der EuroStoxx 50  schloss 2,87 Prozent tiefer bei 2.244,83 Punkten
und hielt sich damit etwas besser als der Dax. Allerdings hatte der europäische
Leitindex bereits vergangene Woche trotz eines Plus seine Jahresgewinne komplett
abgegeben, während der Dax immer noch gut zehn Prozent über seinem Niveau zum
Jahresende 2011 liegt. In Paris und London schlossen die Indizes am Montag
ebenfalls mit deutlichen Abschlägen. An der New Yorker Börse verlor der Dow
Jones Industrial  zum europäischen Börsenschluss mehr als ein Prozent. 

    Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter
Bundeswertpapiere auf 1,36 (Freitag: 1,38) Prozent. Der Rentenindex Rex
 stieg hingegen um 0,37 Prozent auf 132,76 Punkte, und der Bund-Future
 sank auf 1,3126 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte
den Referenzkurs zuvor auf 1,3131 (Freitag: 1,3192) Dollar festgesetzt und der
Dollar damit 0,7616 (0,7580) Euro gekostet./gl/he

    --- Von Gerold Löhle, dpa-AFX --- 


Anzeige