Aktien Frankfurt: Schwache US-Arbeitsmarktdaten beschleunigen Kursrutsch
01.06.2012 15:00
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten haben am Freitag den Kursrutsch am deutschen Aktienmarkt noch deutlich beschleunigt. Der Dax, der bereits davor von schwachen Wirtschaftsdaten aus China und Europa belastet worden war, sackte am Nachmittag um 3,64 Prozent auf 6.036,05 Punkte ab. Damit zeigte sich der Leitindex so schwach wie seit fast fünf Monaten nicht mehr. Nachdem er schon am Vortag wegen schwacher US-Daten leichter geschlossen und damit im Mai insgesamt mehr als sieben Prozent eingebüßt hatte, droht nun die Marke von 6.000 Punkten zu reißen. Der MDax verlor am Freitag 3,35 Prozent auf 9.808,32 Punkte und der TecDax gab um 2,94 Prozent auf 728,96 Punkte nach. In den USA sind im Mai viel weniger Jobs geschaffen worden als erwartet. Zudem wurde der Stellenaufbau für die beiden Vormonate deutlich schwächer ausgewiesen als bislang. Nach dem Handelsstart an der Wall Street könnten noch US-Daten zum Immobilienmarkt sowie der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe für Impulse sorgen. VW KREMPELT FÜHRUNG UM: MAN AN DAX-SPITZE Dass Volkswagen (VW) Medienberichten zufolge die Führung des Konzerns grundlegend umkrempelt, bescherte den MAN-Titeln als einzigem Dax-Gewinner ein Kursplus von 2,71 Prozent auf 79,48 Euro. VW-Chef Martin Winterkorn will damit gleich mehrere Baustellen bei Europas größtem Autobauer schließen. Vor allem solle damit die bisher eher zäh laufende Lastwagen-Allianz zwischen den beiden Töchtern Scania und MAN von Wolfsburg aus vorangetrieben werden. Händler spekulieren nun auf weitere MAN-Aktienkäufe durch die Wolfsburger. Die VW-Vorzüge verloren indes 4,45 Prozent. Beim Düngemittelhersteller K+S ließ eine Kurszielsenkung der japanischen Bank Nomura die Aktien um 5,22 Prozent absacken. Den Aktien der Munich Re reichte ein Minus von 2,64 Prozent noch für das obere Tabellendrittel im Dax. Börsianer begründeten dies mit einer Kaufempfehlung der UBS mit einem Kursziel von 122 Euro. Analystin Kathy Fear signalisiert damit ein Potenzial von über 20 Prozent. Ihre positive Einschätzung begründet sie mit der Bewertung, nachdem die Papiere des Rückversicherers "zu weit gefallen" seien. Aus dem Erdbeben in Italien rechnet der Konzern nicht mit einer hohen Belastung. ABSTUFUNG BELASTET GAGFAH - PAULSON-EINSTIEG STÜTZT RHÖN Für die Papiere des Immobilienunternehmens Gagfah revidierte die US-Bank JPMorgan ihr Anlageurteil nach unten und empfiehlt nun eine Untergewichtung, was zu Kursverlusten von 4,23 Prozent führte. Damit gehörten die Papiere zu den schwächeren Werten im MDax. Die Papiere von Rhön-Klinikum gewannen nach dem Einstieg eines Investors dagegen 0,14 Prozent, womit sie den ersten Platz im Index belegten. Der US-Hedgefonds-Investor John Paulson hat sich im Übernahmekampf um den privaten Klinikbetreiber positioniert und hielt zuletzt 3,65 Prozent der Stimmrechte. Der Medizinkonzern Fresenius hatte am 18. Mai ein Übernahmeangebot für Rhön-Klinikum veröffentlicht, das bis zum 27. Juni läuft - dessen Aktien verloren 2,91 Prozent. Einem Händler zufolge könnte Paulsons Einstieg etwas Fantasie auf eine Erhöhung des Angebotes bringen, die der Investor fordern könnte. Dagegen sagte eine mit der Transaktion vertraute Person, der US-Investor "sollte sich keine großen Hoffnungen machen". Über weitere Zukäufe riskiere er das Scheitern der Übernahme. Dann würde der Aktienkurs nach Einschätzung von Analysten deutlich einbrechen./gl/ajx --- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
